Eine neue Mitte für Sankt Augustin
Der Huma Umbau
April 2012

Direkt um das Huma-Gebäude herum passiert momentan nichts. Auf der anderen Seite der Rathausallee ist hingegen der neue Parkplatz für die Kunden fertiggestellt worden, der zum Einsatz kommt, wenn die Bauarbeiten am Gebäude beginnen.
Februar 2012
Was ist denn nun so im Februar beim Huma-Umbau geschehen, während Sankt Augustin im Karnevalstaumel war? Nun, 211 Bäume sind von uns gegangen, sie mußten den Umbaumaßnahmen weichen, vorgesehen ist eine Ersatzpflanzung nach Abschluß der Arbeiten. Momentan sieht es jedoch ziemlich ausgeräumt aus.
Vor der Baumfällaktion und hinterher
Abgesägt
Tankstellenrückbau beendet
Neue Wohnungen für Studenten
172 neue Appartements im Zentrum
Foto: Architekturbüro Reinhard Schneider13.2.2012/Attraktiver wird die Hochschule Bonn / Rhein-Sieg und Sankt Augustin als Hochschul-Standort werden, wenn wie geplant 172 neue Appartements in direkter Nachbarschaft der Hochschule verwirklicht werden. Es könnte der Stadt etwas mehr studentisches Leben einhauchen. "Ein kleiner Schritt vom Hochschul-Dorf zur Hochschul-Stadt", wie es Wolfgang Köhler im Zentrums-Ausschuss formulierte.
Vier Wohnblöcke, kreuzförmig angelegt mit insgesamt 172 Appartements (Einzel- und Doppel-Appartements) direkt südlich des Hochschulgebäudes zwischen altem und neuem Sportplatz gelegen, werden 172 Studenten in Sankt Augustin ein Zuhause geben. Bisher existieren nur 50 Studi-Wohnungen an der Rathaus-Allee. Und das sind deutlich zu wenige, haben doch die Investoren des neuen Projektes ermittelt, dass ein Bedarf für mindestens 500 Wohnungen für Studenten vorhanden ist. Die jetzt projektierten - am 1. Februar vom Architekten dem Zentrums-Ausschuss vorgestellt -sind geradezu ideal zur Hochschule gelegen, quasi nur einen Steinwurf entfernt.
Die Einzel-Appartements sollen 30 qm, die Doppel-Appartements 50 qm groß werden - alle per Aufzug erreichbar und insofern behinderten-freundlich, aber nicht behinderten-gerecht, wie sich auf Nachfrage herausstellte.
Die vorgestellten Grundrisse zeigen, dass die Appartements den heutigen Wohn-Ansprüchen entsprechen. Niemand will heute noch in einer winzigen Studentenbude wohnen - quasi einem "Wohn-Klo mit Kochnische", wie man heute die Verhältnisse in den 60er und 70er Jahren spöttisch bezeichnet. Natürlich stellen sich zu dem Projekt und im Zusammenhang mit dem Projekt noch eine Reihe von Fragen:
Wird ein gedachter Miet-Preis von 10 Euro pro qm angenommen werden? Das ergibt schließlich für die Einzel-Appartements inklusive Nebenkosten eine Monatsmiete von ca. 350 Euro und für die Doppel-Appartements von rund 600 Euro (300 Euro pro Kopf).
Braucht man die geplante Zahl von Stellplätzen (zwischen 50 und 60)? Oder braucht man sogar mehr?
Wird es richtige Behinderten-Appartements geben? (Lage möglichst im Erdgeschoss, breite Türen, keine Schwellen, angepasste Bad-Einrichtung)
Sind Appartements für Allein-Erziehende mit kleinem Kind vorgesehen? (Die Zahl der jungen Allein-Erziehenden nimmt zu.)
Wo werden KiTa-Plätze für Studenten-Kinder (u3 und ü3) verfügbar sein? (Sie müssen nahe bei, möglichst fußläufig erreichbar sein, wenn nicht zu jeder/m Allein-Erziehenden ein Auto angenommen werden soll.)
Der HUMA-Umbau beginnt
Unsere Stadt soll schöner werden: Dieses abgewandelte Motto eines langjährigen Verschönerungswettbewerbes für die ländliche Region kommt einem in den Sinn, wenn man an die Umgestaltung der Sankt Augustiner Mitte denkt.
Seien wir mal ehrlich: Mehr als ein in die Jahre gekommenes, trostloses Einkaufszentrum und eine Ansammlung von weiteren hässlichen Gebäuden wie Rathaus, Hotel Regina und Ärztehaus ist das Zentrum nicht. Das Ganze wir garniert von brach liegenden, verwilderten Grundstücken, Parkplätzen, einem heruntergekommenen Schulgebäude, einem fast leeren, vor sich hin gammelnden Postgebäude und der Ruine eines Möbelhauses. Summiert man das alles, so kommt man zu dem Fazit: Es kann nur besser werden. Ob das so sein wird und wie der Weg dahin aussieht, versuchen wir mit unserer Fotodokumentation festzuhalten.
Januar 2012
Tankstellenabriß
Ausgewaschen und ausgetankt
Bekleidung Vögele: Laden geräumt, Eingang verrammelt, Schild abmontiert
Andere Geschäfte geben auf, die Rolltreppe bewegt sich noch
Ende der Brache an der Hochschule: Hurler will die beiden Grundstücke erwerben
HUMA-"Spindel" umstritten
Ist die "Spindel" alternativlos? (Achtung! Unwort des Jahres!)

Nach bisheriger Planung sollen über die 28 m breite „Spindel" die Parketagen im neuen Huma von der Bonner Straße her erreicht werden. Aber gibt es wirklich nur diese eine Lösung, die für die Anlieger sehr wahrscheinlich mit zusätzlichem Verkehrslärm und noch mehr Abgasen verbunden sein wird.
Es gibt immer Alternativen - die Frage ist nur, ob sie eine Lösung bringen. Welche Alternativen gibt es?
Null-Variante (Null-Alternative): Da jeder Planungsprozess ergebnisoffen geführt werden muss, ist auch immer die Null-Variante zu denken. Das hieße in diesem Falle, HUMA bleibt insgesamt, wie es
jetzt ist, nämlich unattraktiv, nicht einladend, mehr und mehr herunterkommend.
Alternative 1) Etagenparkplätze ersatzlos entfallen lassen. Da auf Grund des verbreiterten Angebotes mit einem größeren Einkäufer-Zustrom gerechnet werden muss, wäre mit einer Überbelegung der vorhandenen Parkmöglichkeiten (auch außerhalb der HUMA-Parkplätze) zu rechnen mit der Folge von Rückstaus und wildem Parken in den Wohngebieten ringsum.
Alternative 2) Parkplätze, die jetzt auf zwei Etagen auf dem neuen Baukörper geplant sind, wie bisher auf der Erde lassen. Die zwischen HUMA und Südarkaden geplante Grünanlage müsste entfallen. Stattdessen gäbe es wieder die Blechlawinen auf versiegelter Beton-Fläche.
Alternative 3) Zufahrt zu den Etagen-Parkplätzen von Norden über eine Rampe von der Südstraße her. Eine Rampe müsste wohl ziemlich lang sein und wäre kein schöner Anblick. Sie würde ebenfall zumindest einen Teil der geplanten Grünanlage zunichte machen. Der aus Richtung Siegburg anfahrende Verkehr müsste über die Bahngleise - wie bisher - nur eine größere Verkehrsmenge. Die heute schon sich aufbauenden Rückstaus kennt man.
Alternative 4) Zufahrt zu den Etagen-Parkplätzen von Norden her über eine Spindel. Ähnlich problematisch wie Alternative 3. Zufahrt auf die Park-Etagen über eine Rampe von Süden her. Dafür steht zwischen Bahn und HUMA wohl kein Raum zur Verfügung. Es käme auch zu einer Kollision zwischen Fußgänger-Zuweg zum Einkaufszentrum und Kfz-Rampe.
Alternative 5) Zufahrt zu den Etagen-Parkplätzen über eine Spindel im Osten, die aber so weit nach Norden versetzt wäre, dass ihre Ein- und Ausfahrt gegenüber dem Friedhof lägen - die Wohnbevölkerung würde nicht belastet. Dafür wäre aber notwendig, dass der HUMA-Eigentümer (Familie Hurler) in den Besitz der Tacke-Grundstücke kommen müßte. Zwar ist die Realisierbarkeit ungewiss, weil ein Verkauf an Hurler nicht erzwungen werden kann. Aber es wäre eine bessere Lösung als alle vorgenannten Alternativen.
Bürger-Forum „Verkehr“ zum Masterplan Urbane Mitte / neuer Huma
Wieder hat die starke Beteiligung der Sankt Augustiner Bevölkerung an diesem 2. Bürger-Forum gezeigt, wie ernst die Menschen es mit ihrem Willen zur Mitgestaltung meinen. Im vollen Ratssaal wurde geduldig den Ausführungen der externen Fachleute zur Verkehrs- und Parkraum-Planung gelauscht. Die vielen sachkundigen Beiträge aus dem Publikum waren beredter Beweis, dass die Menschen sich intensiv mit den Planungen auseinander gesetzt hatten. Es gab Kritik an den vorgelegten Plänen, es gab Bedenken gegenüber den vorgeschlagenen Lösungen, es gab Fragen zum Verständnis, und es wertvolle Hinweise und Anregungen.
Hier die hauptsächlich verhandelten Punkte:
- Wie kann die steigende Verkehrsbelastung gemanagt werden?
- Können die beiden Huma-Parkhäuser nicht miteinander verbunden werden?
- Kann die "Spindel" als Zufahrt zu den Huma Parkdecks nicht durch eine andere Zufahrt ersetzt werden?
- Wie können im Bereich der Ausfahrten von Busbahnhof und Huma-Parkdecks (über die "Spindel") die Kfz-Verkehrsströme mit den Fußgängerströmen und den Busverkehren harmonisiert werden?
- Wie können überhaupt die Fußgängerströme von der Sandstraße (Schülerverkehr zum RSG) zur Marktplatte so neu gestaltet werden, dass sie von den Kfz-Strömen getrennt verlaufen?
- Wie kann ein besserer Übergang über die Bahn geschaffen werden (ebenerdiger Übergang / großflächiger Übergang vom Tacke-Areal zu Huma)?
- Wie kann die neu geplante Bahn-Unterquerung so an die B 56 angebunden werden, dass dort nicht neue Staus erzeugt werden?
- Wie kann die Kreuzung B 56 - Meerstraße / Mendener Straße angesichts des täglichen Staus am Ortseingang von Siegburg besser gestaltet bzw. Ampel geregelt werden?
- Wie können die Lieferverkehre zum neuen Zentrum so gestaltet werden, dass sie nicht zum Verkehrshindernis werden?
Alles wurde von den Fachleuten gern entgegen genommen und mit der Versicherung bedacht, dass auch alles für die weiteren Planungen mit bedacht werde.
Die Konzeption des neuen HUMA in Stichworten

- Der bestehende aus einem Block bestehende Baukörper soll durch einen kompletten Neubau ersetzt werden.
- Der Neubau soll aus fünf Baukörpern bestehen, die jedoch miteinander an Gelenkstellen verbunden sind, davon einer für ein “Bürger-Forum” für kulturelle Veranstaltungen.
- Der Neubau soll licht und offen gestaltet werden.
- Nicht nur soll die Gesamt-Verkaufsfläche deutlich vergrößert werden, sondern auch das Angebot soll verbreitert werden.
- Verbunden damit soll das Parkraum-Angebot erweitert werden, um den zusätzlich anreisenden Kunden genügend Parkraum bieten zu können.
- Die Baukörper sollen weiter in Richtung auf die Süd-Arkaden ausgedehnt werden als heute - dies mit der Folge, dass die Tankstelle ersatzlos entfallen soll.
- Im Bereich der heutigen Tankstelle und eines Teils des heutigen Parkplatzes soll eine Grünanlage entstehen. Deshalb soll es keine Zufahrt zu HUMA mehr über die Südstraße geben.
Als Zufahrten zu HUMA sind vorgesehen:
a) die Rathausallee, zugänglich von A 560 / Einsteinstraße und von Bonner Straße / Arnold-Janssen-Straße,
b) über eine neu geplante spiralförmige Konstruktion auf der Grünfläche zwischen Busbahnhof und Tacke, die Pkw auf eine Brücke über die Linie 66 zum neuen HUMA-Parkdeck leiten soll.
c) Völlig neu sind ernsthafte Überlegungen in der Diskussion, zwischen Busbahnhof und der Kreuzung Bonner / Hennefer / Arnold-Janssen-Straße eine Unterführung unter der Linie 66 durch zu bauen.
Die Führung des zusätzlichen Auto-Verkehrs wird von den Bürgerinnen und Bürgern kritisch gesehen. Gegen den Neubau des HUMA mit der Erweiterung der Verkaufsflächen werden von den umliegenden Städten wegen eines befürchteten Kaufkraft-Abflusses Einwände erhoben.
Was tut sich eigentlich sonst noch im Zentrum?
Meistens ist ja nur der HUMA-Neubau im Gespräch; dabei tut sich im Zentrum viel mehr. Rat und Verwaltung arbeiten nämlich an der Überplanung des gesamten Zentrums, und das reicht von der Südstraße
bis zur Arnold-Janssen-Straße und vom neuen Sportpark bis zur Bonner Straße. Die HUMA-Planung und die zugehörige Verkehrsplanung sind nur der erste in einer Reihe von Schritten, mit denen das Gesicht
des Zentrums mehr als nur ein 'Facelift' bekommt.
Jedermann ist z. B. bewusst, dass das Zentrum nicht funktionieren kann, solange - anders als in einer gewachsenen Stadt - darin keine Menschen wohnen. Deshalb ist eine der wichtigen
Planungsüberlegungen „Wie schaffen wir Möglichkeiten für das Wohnen im Zentrum?"
Eine weitere wichtige Überlegung richtet sich auf die Zugänge zum Zentrum, und dabei spielt der Übergang über die Stadtbahn eine entscheidende Rolle. Leider hat uns bisher die zuständige
Bezirksregierung (in diesem Falle Düsseldorf) nicht erlaubt, einen ebenerdigen Bahnübergang vom Busbahnhof zum Rathaus, Ärztehaus, Hotel Regina und HUMA zu bauen. Dies, obwohl die Bezirksregierung in
einer solchen ebenerdigen Überquerung der Gleise auf dem Bonner Bertha-von-Suttner-Platz kein Problem sieht. Aber wir geben nicht auf und verhandeln weiter mit Düsseldorf.
Im Zusammenhang mit der HUMA-Neugestaltung muss auch die sogenannte Marktplatte neu geplant werden, denn von der Marktplatte aus soll der neue südliche Haupteingang ins Einkaufszentrum führen und
zudem noch Platz für Marktstände und Außengastronomie sein. Mehrere Planungsvarianten liegen dafür auf dem Tisch.
Eine große Veränderung soll es im Bereich der Südstraße geben. Weil nämlich die HUMA-Parkplätze durch Parken in Parkhäusern bzw. auf Park-Etagen ersetzt werden soll, fällt für Autos der Zugang zu
HUMA von der Südstraße her völlig weg. Fußgänger sollen die Möglichkeit bekommen, ohne unnötige Behinderung vom HUMA-Gelände zu den Süd-Arkaden zu gelangen. Dafür wird die Südstraße in
fußgängerfreundlicher Weise umgestaltet werden müssen. Unseres Erachtens wäre dafür am besten das sogenannte "shared space" (= geteilter Raum) geeignet, d. h. eine Fläche, auf der alle
Verkehrsteilnehmer sich gleichberechtigt bewegen können.
Gerade weil die HUMA-Zufahrt von der Südstraße her entfallen soll, muss an anderen Stellen für neue Zugänge gesorgt werden. Eine revolutionäre Idee ist jetzt in der Disjussion: Eine Untertunnelung
der Stadtbahn-Gleise im Abschnitt zwischen Busbahnhof und Arnold-Janssen-Straße. Damit wäre die große Kreuzung B 56 / Arnold-Janssen-Straße ein Stück weit gekontert. Weniger Begeisterung hat bisher
eine andere neue Zufahrt zu HUMA ausgelöst, nämlich das "Spindel" genannte schneckenförmige Gebäude zwischen Bus-Bahnhof und Tacke, mit dem die Autos von der B 56 kommend die Stadtbahn-Gleise
überwinden sollen. Anwohner fürchten die dort entstehenden verstärkten Lärm- und Abgasbelastungen. Andere Lösungen sind allerdings nicht in Sicht.
Auf jeden Fall halten die Verkehrsspezialisten die Installierung eines dynamischen Leitsystems für die Verkehrsflüsse für notwendig, damit der Verkehr nicht nur zu den freien Plätzen in den
Parkhäusern geleitet werden, sondern vorher schon die geeignete Autobahn-Abfahrt benutzen.
Wo sich auf Sicht allerdings noch nichts tut, ist auf dem "Tacke-Gelände". Dieses Gelände wird in aller Ruhe im Rahmen der gesamten Zentrums-Planung beplant, die unter dem Namen „Masterplan Urbane
Mitte" läuft.






